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Hintergrund & Konzept

„DiverCidades“ ist eine spielerische Verknüpfung der portugiesischen Begriffe „Diversidade“ (=Vielfalt) und „Cidades“ (=Städte). Der Inhalt dieses Projekts steckt damit bereits im Titel: in „DiverCidades“ geht es um die Vielfalt in urbanen Räumen.

Urbane Räume sind Räume der Begegnung und des Austauschs, aber auch des Konflikts und der Spannung. Hier treffen Menschen aus allen sozialen Schichten, aller Altersklassen, Hautfarben, Kulturen und Religionen aufeinander. Damit bieten sie ein großes kreatives Potenzial und sind Inspirationsquelle für Künstler*innen auf der ganzen Welt.

Zugleich sind urbane Räume in kapitalistischen, postkolonialen und postmigrantischen Gesellschaften zunehmend hart umkämpft. In Brasilien hat sich dies in den zurückliegenden zehn Jahren insbesondere im Zuge internationaler Großereignisse wie der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 durch Mechanismen der Gentrifizierung und Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsschichten aus zentralen Stadtvierteln der großen Metropolen gezeigt. In Deutschland können wir am Beispiel der jüngst verordneten Grenzschließungen ‚live‘ beobachten, wie Menschen aus bestimmten Herkunftskontexten der Zugang zu sicheren Räumen verwehrt wird, auch wenn ihnen aus humanitärer Sicht Schutz vor Verfolgung und ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben zustehen.

Das Projekt „DiverCidades 2024 – Vielfalt in urbanen Räumen“ möchte ein Zeichen setzen gegen den erstarkenden Rechtsextremismus und die Verrohung unserer Gesellschaft durch enthemmte verbale und physische Gewalt und die immer offenere Diskriminierung von Minderheiten und der für sie einstehenden Menschen.  

Als deutsch-brasilianischer Verein, der interkulturelle Brücken zwischen dem globalen Norden und Süden baut, betrachten wir die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen Bezugssystemen nicht als eine Bedrohung, sondern als eine Bereicherung unserer Gesellschaft. Menschen mit uns vermeintlich „fremd“ erscheinenden Lebenserfahrungen ermöglichen uns, unsere Horizonte zu erweitern und uns unserer sozialen und politischen Verantwortung bewusst zu werden.

Vor diesem Hintergrund gibt das Projekt „DiverCidades 2024“ Einblicke in künstlerische Perspektiven und biografische Narrative von brasilianischen Kunstschaffenden, die in der Großregion SaarLorLux, in Berlin und Rio de Janeiro leben. Um der zunehmenden Kommerzialisierung unserer Städte und der Ausgrenzung von Schwarzen, Queeren und Menschen mit Migrationsgeschichte entgegenzutreten, besetzen wir dafür öffentliche Flächen in zentralen Stadtgebieten, die normalerweise der Werbung vorbehalten sind.